»SPRECHENDES DENKEN. Über die Vermittlung von Erkenntnis im Sprechen und Hören, oder: die grösste wissenschaftliche Revolution seit Erfindung des Buchdrucks!«
2019-03-22, 18:45–19:30, Konzertsaal

Können Podcasts selbst als wissenschaftliche Methode, Werkzeug, Experiment gelten und ernst genommen werden? Und wie ereignet sich 'wahre' Erkenntnis im Gespräch? Der Vortrag berichtet von einem mehrjährigen Forschungsprojekt in Form eines Podcasts und fragt nach einer der wichtigsten Qualitäten des Podcastings: dem sprechenden Denken.

Wenn von Wissenschaftspodcasts die Rede ist, dann sind meist wissensvermittelnde Formate gemeint, also Podcasts als Instrument, um spezifisches Fachwissen einem breiteren (Laien-) Publikum zugänglich zu machen. Dagegen ist auch nichts einzuwenden. Aber ist das alles? Können Podcasts selbst wissenschaftlich sein? Podcasts als wissenschaftliche Methode? Podcasts als Labor? Podcasts als Atelier?

Der Vortrag berichtet von einem philosophisch-wissenschaftlichen Experiment in Form eines Podcasts, das sich mit der praktischen Erforschung des Sprechenden Denkens beschäftigte. Was bedeutet es für die Konstruktion wissenschaftlicher Erkenntnis, wenn sie nicht nur schriftlich festgehalten und vermittelt wird, sondern gesprochen, auf aller Ohren sich ereignet? Denken als experimentelle Praxis des Sprechens und Hörens!

Es geht unter anderem um die Bedeutung des Gesprächs in der Philosophie, um (Selbst-) Gespräche als Instrument des Denkens, die Dialektik der Kritik, Modi des Wissenschaftlichen, die Frage nach der Bedeutung des Experiments für die Wissenschaft, um Scheitern, Versuchen und Basteln und vor allem: die Frage nach der Bedeutung von Podcasts als Erkenntnismittel – statt immer nur als Mediator zwischen allwissender, faktengläubiger Wissenschaft mit Sendungsbewusstsein und zu missionierender, sündig unwissender Öffentlichkeit.

Es wird Zeit, Podcasts wissenschaftlich wirklich ernst zu nehmen!